Lampenputzergras

Pennisetum

(Poaceae)

Fr-St, 💧1-2, ☀️so-hs, 80 cm, VIII-X

Lehmig-kiesig, durchlässig, humos, pH +/- 7, NPK ++ (-N), Z7-Z9, 🐌

Je nach Herkunft haben die Lampenputzer-Gräser sehr verschiedene Ansprüche an ihren Standort, das macht es nicht einfach, will man das zierliche Gras im Garten und nicht nur als Herbstschmuck im Kübel pflanzen:


Pennisetum alopecuroides stammt aus Ostasien und Australien, es verträgt bis zu -28°C  im Winter und wächst an sonnigen Standorten mit frischen lehmig-humosen Böden, Blüte VIII-X. Vernässung in regnerischen Wintern und längere sehr trockene Perioden im Sommer machen ihm jedoch stark zu schaffen.


Pennisetum orientale verhält sich ähnlich wie Pennisetum alopecuroides, es unterscheidet sich durch eine noch frühere Blütezeit ab Ende Juli, ist jedoch nicht so kompakt im Wuchsverhalten.

Die meiner Meinung nach schönste Sorte ist 'Karley Rose', mit rosa, später hellsilbernen Ähren, winterhart bis -17°C. An einer geschützten Stelle, die im Winter nicht vernässt kann man eine Pflanzung durchaus versuchen.


Pennisetum setaceum, afrikanisches Lampenputzergras ist farblich sehr atraktiv, meist rot bis dunkelrot, ist jedoch nicht winterhart und für unsere Gärten nicht geeignet. Schön sind die Gräser sicherlich in großen Töpfen und Trögen. Dies gilt leider auch für alle anderen Pennisetum-Sorten.


Alle vertragen längere Trockenperioden nur in gut eingewachsenem Zustand oder müssen gegossen werden. Im Winter und in verregneten Sommern kann Staunässe ein Problem sein, vor allem wenn der Boden lehmig und verdichtet ist. Empfehlen kann ich das schöne Gras wirklich nur erfahrenen Hobby-Gärtnern, die wissen, wie man damit umzugehen hat.


Lampenputzergras hat bei mir noch nie länger als drei Jahre überlebt, sehr schade.


Das trockenheitsliebende Gras ist für meinen Garten leider wenig geeignet. Vielleicht ändert sich das aber mit dem Klima, dann würde ich es sofort wieder pflanzen.


Wissen sollte man, das alle aus Nordamerika und Afrika stammenden Arten in unseren Breiten nicht winterhart sind. Deshalb lohnt es sich den botanischen Namen zu googeln, sofern er auf dem Pflanzschild steht. Es gibt herrliche farbige Sorten, die in Herbstschalen verkauft werden, aber draußen  in unserem Klima keine Chance haben, vielleicht nur in einem geschützten Innenhof in der City.


Trotzdem behaupten das die Pflanzen-Verkäufer, selbst in Geschäften, die es wissen müssten. Das ist m.E. nicht in Ordnung. Wenigsten sollte man darauf gefaßt sein, dass die Pflanzen den Winter nicht überstehen - es gibt ja Alternativen!

Pennisetum alopecuroides 'Moudry'

Pflanzen

Beste Pflanzzeit ist im Frühjahr. Pennisetum mag Wärme, frische Böden und gedeiht durchaus auch in nicht ganz vollsonnigen Bereichen. Der Wurzelballen sollte vor allem bei Jungpflanzen nie ganz austrocknen und auch nie längere Zeit sehr nass sein. Außerdem verträgt Pennisetum Wurzeldruck anderer Pflanzen nur schlecht bis eigentlich gar nicht.

Pflegen

Darüber hinaus verlangt es durchaus nach Dünger, sonst blüht es nur spärlich und wird nicht richtig kompakt. Pennisetum treibt erst spät aus (frühestens im Juni), entwickelt seine schönen Ähren erst im Spätsommer und sollte erst im Frühjahr auf etwa eine Handbreite zurückgeschnitten werden. Normalerweise vergreist es spätestens nach fünf Jahren und muss dann geteilt bzw. verjüngt werden.

Vermehren

Das Lampenputzergras lässt sich am besten durch Teilung im Frühjahr vermehren.

Lieblings-Sorten

Die robusteste Sorte ist offenbar ‚Hameln‘ und seine Abkömmlinge, wie z.B. ‚Little Bunny‘.


Pennisetum orientale ‚Karley Rose‘, rosa-silbrig, ca. 70-100 cm

Meiner Meinung nach eine der schönsten Sorten, mag es jedoch sehr warm und eher trocken.

Pennisetum alopecuroides ‚Hammeln‘, 60-80 cm hellgrün/weiß, kompakt

Pennisetum alopecuroides ‚Little Bunny‘, 30-50 cm, klein und kompakt

Abkömmling von Hameln, sehr hübsch! Noch kleiner ist die Sorte 'Little Honey'

Pennisetum alopecuroides Moudry', 40-80 cm, dunkle, violett-schwarze Blätter und Ähren

Pennisetum x advena ‚Cherry Sparkler‘, 70 cm, dunkelrot-violett, nicht winterhart aber ein Farberlebnis im Herbst!

Traum-Partner

Begleitpflanzen finde ich absolut überflüssig, vielleicht Steinquendel, Sedum telepium, dunkle Indigolupinen, Echinacea natürlich, am besten jedoch am Rand einer Wiese mit einem kleinen Platz auf dem man eine Decke ausbreiten und dem Windgeflüster zuhören kann.

Pflegeplan

Vorfrühling II-III Frühling IV-V Sommer VI-VII Spätsommer VIII-IX Herbst/Winter XI-I
RS D: Rasendünger - Wurzelballen nicht austrocknen lassen Nässeschutz