Trollblumen

Trollius europaeus und Hybriden

(Ranunculaceae)

Fr-B-WR,  💧2-4, ☀️so-hs, 40-60 cm, IV-VI

Lehmig-kiesig, pH +/-7, NPK++(+Ca), Z5-7, 🐌

Feuchte, vollsonnige Bereiche für die schöne Hanenfuß-Nichten und Ranunkel-Schwestern habe ich leider nur wenige, da sollen meine Trollblumen einmal hin. Momentan wachsen sie in einem zu schattigen Bereich, schlagen sich dort aber wacker. Bei mir wächst die auch in freier Natur vorkommende Wildform (Trollius europaeus) die in Europa vom Polarkreis bis zum Mittelmeer vorkommt. Ihre hoch über dem schönen, gefiederten Kraut stehenden Kugelblüten sind einfach bezaubernd. Sie steht bundesweit sowie in Österreich unter Naturschutz, da ihr Bestand sehr gefährdet ist. 



Trollius europaeus, Trollblume © garten-puk.de

Das alleine wäre schon ein guter Grund für sie ein kleines Habitat zu schaffen. Daneben gibt es noch eine Reihe von ebenfalls sehr schönen asiatischen Sorten, die aber leider keinen Mehrwert für die Insektenwelt bieten. Ich habe beides, weil ich einfach nicht widerstehen kann. Zu den asiatischen Sorten kann ich noch nicht viel sagen, denn Trollblumen brauchen 3-5 Jahre, bis sie einen 'erwachsenen' Horst bilden.

Pflanzen

Vollsonnige, feuchte Standorte werden präferiert, heller Schatten schadet jedoch keinesfalls. Wurzeldruck von Gehölzen und Stauden sind eher kritisch, denn Trollblumen bilden fein verfilzte Wurzelballen, die möglichst nicht gestört werden wollen. Sie geht zwar dort nicht ein, blüht aber auch nicht so üppig. Das ist kein Leben für eine Trollblume! 


Staunässe ist für sie kein Problem. Feuchtes, lehmiges, kiesiges aber dennoch humoses Substrat wäre ideal, nährstoffreich und kalkhaltig.

Pflegen

Beachtet man den natürlichen Lebensraum der Pflanze, hat man sie sehr lange, Trollblumen sind sehr langlebige Geschöpfe. Im zeitigen Frühjahr sollten sie mit Kompost und organischem Staudendünger gedüngt werden. 


Ein bodennaher Rückschnitt nach der Blüte, also im Juni/Juli, und etwas Dünger kann bei einigen Sorten eine Nachblüte hervorbringen. Im Sommer darf sie nie ganz trocken stehen, das schadet den Wurzeln enorm und macht sich leider erst ein Jahr später bemerkbar.


Schnecken verschmähen die giftige Pflanze normalerweise, das ist eine Wohltat. Insgesamt sind Trollblumen wenig anfällig für Krankheiten. Bei sehr trockenen Sommern kann höchstens Mehltau auftreten, das ist in der Regel aber ja kein großes Problem.

Vermehren

Große Horste können im zeitigen Frühjahr ausgegraben und geteilt werden. Danach braucht die Pflanze unbedingt genug Wasser!

Lieblings-Sorten

Trollius europaeus, hellgelb, 40-60 cm, IV-VI


Viele wunderschöne z.T. sehr alte Kreuzungen aus T. asiaticus, T. chinensis und weiteren asiatischen Sorten, einige davon samenvermehrbar!


Trollius x cult. ‚Earliest of All’, hellorange, 40 cm, IV-VI

Trollius x cultorum ‚Orange Globe‘, gold-orange, 60-80 cm, V-VI

Trollius × cultorum 'Telleggio', (Engl: T. 'Cheddar'), creme, 60-80 cm, IV-VI

Neuere Sorte aus 'Alabaster' selektiert, jedoch wüchsiger, leider hat die Sorte einen strengen Winter nicht überstanden, vermutlich auch zu trockener Standort.


Traum-Partner

Herrlich mit Wieseniris, Wiesenlilie, Dreimasterblume, Jakobsleitern in blau, Sumpfgräser und Kleine Wiesenknöpfe. Auf jedenfall sollte der Horst soweit isoliert sein, dass die Wurzeln möglichst ungestört bleiben. Gerne mit Kieseln oder ein paar schönen Steinen absetzen.

Vorfrühling II-III Frühling IV-V Sommer VI-VII Spätsommer VIII-IX Herbst/Winter X-I
- D: Kompost, org. Staudendünger, etwas Kalk RS bodennah nach Blüte Nicht austrocknen lassen -