Salomonsiegel
Polygonatum odoratum
(Asperagaceae)
G-GR, 💧1-2, ☀️ hs-sch, 40 cm, V-VI
Lehmig-sandig, humos, pH7, NPK+, Z4,
🐌
Und es vermehrt sich doch! Zwar sehr langsam, aber jedes Jahr kommt ein Stängel dazu - und das an einer nicht gerade günstigen Stelle. Eigentlich hätte das einheimische Maiglöckchen-Gewächs etwas besseres verdient. Vielleicht bekommt es bald einen anderen Standort, denn es ist eine bemerkenswerte Pflanze.
Die etwas fremd und rätselhaft anmutende, leicht süß und nach Bittermandelöl duftende Pflanze ist - wie könnte es anders sein - in allen Teilen giftig. Damit war sie prädestiniert für Zauberer und Druiden, die allerlei Tränke aus den Wurzeln brauten. Ob diese jedoch tatsächlich zur Verlängerung des Lebens und zur Heilung diverser Leiden beitrugen, darf bezweifelt werden. Ihr Saft soll hilfreich gegen Warzen sein und geheimnisvolle Kräfte besitzen, verborgene Quellen und Verbindungen ‚zwischen den Welten‘ anzeigen können.
Um an den süßen Nektar zu gelangen brauchen Insekten lange Rüssel - es soll aber Hummeln geben, die einfach seitlich ein Loch in die Blüten bohren um an den süßen Saft zu kommen. Bei uns in Bayern ist die Pflanze (noch nicht) geschützt, steht jedoch auf der Vorwarnstufe.
Pflanzen
Das Salomonssiegel fühlt sich in lockeren, sandigen Waldböden im Halbschatten am wohlsten, kann aber auch am sonnigen Gehölzrand stehen. Es übersteht Trockenheit recht gut und wächst selbst direkt an Baumstämmen unter Bäumen, dort allerdings nicht so dicht, wie Du es vielleicht gerne hättest. Trotzdem, starker Wurzeldruck macht der Pflanze nichts aus.
Der pH-Wert sollte optimalerweise neutral sein, Kalk wir gut vertragen, leicht saurer Boden aber auch noch.
Salomonsiegel wächst über Rhizome, die sich dicht unter der Oberfläche befinden. Beim Pflanzen werden diese flach in die Erde gelegt. Salomonsiegel liebt es warm, weich und gemütlich.
Pflegen
Im Wurzelbereich sollte man deshalb nicht ständig herumhacken, Salomonsiegel sind Flachwurzler. Etwas Kompost im Frühjahr und eine leichte, lockere Laubschicht im Winter ist alles, was es benötigt. Die schwarzblauen Beeren lasse ich für interessierte Vögel stehen. Ich konnte jedoch bis jetzt nicht herausfinden, wer sie frisst.
Die Raupen der Salomonssiegel-Blattwespe fressen manchmal Löcher in das Laub, dann müssen die Raupen abgesammelt werden.
Vermehren
Zum Vermehren gräbt man im Herbst die gesamte Pflanze aus, teilt das Rhizom zwischen den vernarbten „Siegel“-Stellen, wo die Stücke einfach abgebrochen werden können, und gräbt sie flach wieder ein. Angießen, damit die Wurzeln Kontakt mit der Erde bekommen ist selbstverständlich.
Lieblings-Sorten
Polygonatum odoratum, weiß, 40 cm, V-VI
Polygonatum odoratum var. Pluriflorum ‚Variegatum‘, weißrandige Blätter, 40 cm, V-VI, sehr schön
Polygonatum x hybridum ‚Grace Barker‘, gestreifte Blätter, 30 cm, V-VI
Traum-Partner
Als ‚Halblichtpflanze‘ paßt das Salomonsiegel gut zu seinesgleichen: Hosta, Farne, Hasenglöckchen, Wald-Schlüsselblumen und Primeln, vielleicht auch Pulmonaria und Waldsteinie?
Pflegeplan
| Vorfrühling II-III | Frühling IV-V | Sommer VI-VII | Spätsommer VIII-IX | Herbst/Winter XI-I |
|---|---|---|---|---|
| - | D: Kompost | Raupen? | - | Rhizome zwischen den 'Siegeln' brechen und verpflanzen. |